Verwaltersoftware anbinden: Was über die casavi-Schnittstelle wirklich geht
casavi-API, Domus, Haufe PowerHaus: Wie eine Automatisierung an die Verwaltersoftware andockt, welche Zugänge Sie dafür brauchen und woran Anbindungen in der Praxis scheitern.
Von BehumAIn Team
„Wir bräuchten das an unsere Verwaltersoftware angebunden.” Der Satz fällt in fast jedem Erstgespräch, und meistens steckt dahinter eine größere Erwartung als nötig.
Dieser Text sagt, welche Daten eine Automatisierung tatsächlich braucht, wie der Zugang bei casavi funktioniert, was bei Systemen ohne offene Schnittstelle bleibt — und woran Anbindungen in der Praxis scheitern.
Was tatsächlich gebraucht wird
Für den häufigsten Einstieg — eingehende Anfragen dem richtigen Objekt und Betreuer zuordnen — reichen drei Dinge:
- Objekte mit Adresse und den Schreibweisen, die im Alltag benutzt werden. „Ulmenweg 7”, „Ulmenweg 7–9”, „WEG Ulmenweg” sind dasselbe Haus und müssen es auch für die Maschine sein.
- Zuständigkeiten: Welcher Objektbetreuer gehört zu welchem Objekt.
- Kontakte mit Mailadressen, damit ein Absender direkt zugeordnet werden kann.
Nicht gebraucht werden: Buchhaltung, Belege, Beschlüsse, Abrechnungen. Wer die Anbindung größer plant als das, plant ein Projekt statt einer Lösung.
casavi: Zugang und Grenzen
casavi stellt eine REST-Schnittstelle bereit (api.mycasavi.com). Der Zugang läuft nicht über eine Selbstbedienung im Portal: Sie fragen ihn beim casavi-Support an, erhalten Key und Secret und tauschen diese gegen ein Token, das die Aufrufe autorisiert.
Zwei Dinge sollten Sie vorher klären, weil sie je nach Vertrag unterschiedlich sind:
- Ist die API in Ihrem Tarif enthalten? Das ist keine Selbstverständlichkeit.
- Welche Objekte und Kontakte gibt der Zugang frei? Für die Zuordnung brauchen Sie lesenden Zugriff auf Objekte und Kontakte — mehr nicht.
Schreibrechte sind für den Einstieg ausdrücklich nicht nötig. Eine Automatisierung, die nur liest, kann in Ihrem führenden System nichts kaputt machen. Das ist kein Verzicht, sondern eine Sicherheitsgrenze, die man sich bewusst setzt.
Domus, Haufe PowerHaus und der Rest
Hier muss man ehrlich sein: Der Funktionsumfang von Schnittstellen unterscheidet sich stark, ändert sich mit Versionen und hängt am Vertrag. Belastbare Aussagen dazu bekommen Sie nur von Ihrem Anbieter, nicht aus einem Blogbeitrag — auch nicht aus diesem.
Fragen Sie konkret:
- Gibt es eine dokumentierte REST-API, und ist sie in meinem Vertrag enthalten?
- Kann ich Objekte, Zuständigkeiten und Kontakte lesend abrufen?
- Gibt es alternativ einen automatisierbaren Export (CSV, Excel) und in welchem Takt?
Die dritte Frage ist die wichtigste. Ein täglicher Export reicht für die Objektzuordnung vollkommen aus. Objektstammdaten ändern sich in Monaten, nicht in Minuten. Wer auf eine Echtzeit-API wartet, obwohl ein Nacht-Export genügt, verschiebt den Nutzen um Monate für einen Unterschied, den im Alltag niemand bemerkt.
Der Weg ohne jede Schnittstelle
Er funktioniert besser, als die meisten erwarten: eine gepflegte Liste.
Eine Tabelle mit Objektname, Aliasen und Adressen, zuständiger Person und dem heute verwendeten Outlook-Kategorienamen ist eine vollwertige Zuordnungskonfiguration. In fast jeder Verwaltung existiert sie bereits — in einem Excel-Blatt, in einem Ordnerkonzept oder im Kopf einer Person, die sie in einer Stunde aufschreiben kann.
Der Nachteil ist real: Neue Objekte müssen nachgetragen werden. Bei zehn bis zwanzig Zugängen im Jahr sind das Minuten. Der Vorteil ist größer: Sie fangen an, statt auf einen Zugang zu warten.
Woran Anbindungen wirklich scheitern
Nach unserer Erfahrung fast nie an der Technik. Drei Gründe kommen immer wieder:
Der Zugang kommt nicht. Die Anfrage beim Anbieter liegt zwei Wochen, dann kommt eine Rückfrage, dann Urlaub. Deshalb: Zugang vor dem Projektstart anfragen, nicht danach.
Die Objektschreibweisen sind uneinheitlich. In der Software steht „Ulmenweg 7-9”, in den Mails „Ulmenweg 7”, auf der Abrechnung „WEG Ulmenweg”. Das ist lösbar — über eine Alias-Liste — aber es muss jemand einmal durchgehen. Diese Stunde spart niemand ein.
Es gibt zwei Wahrheiten. Die Zuständigkeiten stehen in der Software und in einer Excel-Liste, und beide widersprechen sich. Bevor irgendetwas automatisiert wird, muss entschieden werden, welche gilt. Automatisierung macht ein Durcheinander nicht ordentlich, sie macht es schneller sichtbar.
Die Reihenfolge, die funktioniert
- Objektliste konsolidieren — eine Wahrheit, mit Aliasen und Zuständigkeiten. Eine bis drei Stunden.
- Mit der Liste starten, ohne Anbindung. Der Nutzen ist ab Tag eins da.
- API parallel anfragen. Wenn sie kommt, ersetzt sie die Liste im Hintergrund — ohne dass sich für das Team etwas ändert.
Diese Reihenfolge kostet nichts und nimmt dem Projekt die Abhängigkeit von einem Dritten, auf dessen Antwortzeit Sie keinen Einfluss haben.
Was Sie im Erstgespräch klären sollten
- Welche Verwaltersoftware, welche Version, welcher Tarif?
- Existiert ein API-Zugang bereits, oder muss er angefragt werden?
- Gibt es eine gepflegte Objekt-zu-Betreuer-Liste — und ist sie die einzige?
- Wie viele Objektzugänge pro Jahr (das bestimmt den Pflegeaufwand ohne API)?
- Läuft die Kommunikation über Microsoft 365 oder etwas anderes?
Fünf Fragen, zehn Minuten. Danach lässt sich seriös sagen, ob eine Anbindung nötig ist oder nur schön wäre.
Dieser Text vertieft einen Baustein aus der Übersicht Hausverwaltung automatisieren — dort steht, wo in einer Verwaltung die Stunden insgesamt liegen bleiben.
Häufige Fragen
- Hat casavi eine offene Schnittstelle?
- casavi stellt eine REST-API bereit. Der Zugang wird nicht selbst im Portal erzeugt, sondern beim casavi-Support angefragt; Sie erhalten Key und Secret und tauschen diese gegen ein Token. Ob Ihr Tarif die API einschließt, klären Sie direkt mit casavi — das unterscheidet sich je nach Vertrag.
- Was, wenn meine Verwaltersoftware keine API hat?
- Dann bleiben drei Wege: ein regelmäßiger Export als CSV oder Excel, der eingelesen wird; ein Auslesen über die Datenbank, sofern der Anbieter das zulässt; oder der Verzicht auf die Anbindung — die Objekt-zu-Betreuer-Zuordnung als gepflegte Liste reicht für den Einstieg fast immer aus. Ein Systemwechsel nur wegen der Schnittstelle lohnt sich selten.
- Welche Daten braucht eine Automatisierung aus der Verwaltersoftware?
- Erstaunlich wenige: Objekte mit ihren Adressen und Schreibweisen, die zuständigen Objektbetreuer und die Kontakte mit ihren Mailadressen. Buchhaltung, Belege und Beschlüsse werden für die Zuordnung eingehender Anfragen nicht gebraucht.
- Wie lange dauert eine Anbindung?
- Wenn Zugang und Objektliste vorliegen, ist die Anbindung selbst in wenigen Tagen erledigt. Der Zeitfresser ist fast nie die Technik, sondern das Beschaffen des API-Zugangs beim Anbieter und das Klären der Objektschreibweisen.